Nathalie Fülbeck ist sein 15 Jahren Teil des Elim-Stiftungsrates. Sie hat der Präsidentin Barbara Stotzer-Wyss zehn Fragen gestellt.
NF: Du bist seit Herbst 2024 im Stiftungsrat und hast per Januar 2025 bereits das Präsidium übernommen – ein schneller Einstieg. Was hat dich dazu bewogen, diese Verantwortung zu übernehmen?
BSW: Das Wohl von Kindern und Familien liegt mir am Herzen. Das Elim bietet Müttern und schwangeren Frauen, die in eine Notlage geraten sind, professionelle Unterstützung an. Ich finde es wichtig, dass es ein solches Angebot gibt, und setze mich gerne dafür ein.
Auch die Zusammensetzung des Stiftungsrates sowie die Zusammenarbeit mit der Institutionsleitung waren entscheidend. Von Anfang an hatte ich dabei ein gutes Gefühl, und bisher erlebe ich die Zusammenarbeit als sehr angenehm und konstruktiv.
Mir liegt es, Organisationen zu führen, und so war es für mich klar, das Präsidium zu übernehmen, als der langjährige Präsident Markus Mosimann eine Nachfolgerin suchte.
Wie passt die Tätigkeit im Elim zu dem, was du sonst tust?
Meine Aufgabe beim Elim fördert und vertieft mein Verständnis für meine Arbeit als Grossrätin und ergänzt sich mit meinem Engagement im Patronat von LibElle, einer Organisation, die Frauen nach einem Aufenthalt im Frauenhaus mit Anschlusslösungen in Form von Wohnraum und Begleitung im Alltag unterstützt.
Der erste Eindruck prägt bekanntlich stark: Gab es etwas, das dich besonders überrascht oder vielleicht sogar beeindruckt hat?
Mich hat die Geschichte vom Elim sehr beeindruckt. Als kleines Pionierprojekt, das mit viel Leidenschaft im Wasen gestartet ist, galt es zahlreiche – auch finanzielle – Herausforderungen zu meistern. Heute, nach etwas mehr als 20 Jahren, ist die Elim Stiftung der grösste Anbieter für Eltern und Kinder im Kanton und an drei Standorten vertreten. Bei meinen Besuchen vor Ort war stets viel Herzblut und grosse Wertschätzung für die Arbeit mit den Eltern und Kindern spürbar. Das beeindruckt mich sehr.
Du leitest die Sitzungen klar und effizient – eine wichtige Stärke. Was ist dir in der Zusammenarbeit im Stiftungsrat besonders wichtig?
Mir ist es wichtig, dass unterschiedliche Fähigkeiten und Kompetenzen vertreten sind und jedes Mitglied diese einbringen kann. Ich sehe mich als jemand, die das Ganze zusammenhält und das Bestmögliche für die Stiftung herausholt. Eine gute Vorbereitung auf die Sitzungen ist dabei zentral. Für Zukunftsthemen wollen wir uns bewusst Zeit für fundierte Diskussionen nehmen, während einfachere Entscheide rasch und pragmatisch getroffen werden sollen.
Welche drei Wünsche für das Elim hast du?
Möglichst viele Frauen, Eltern und Kinder sollen von den Leistungen des Elims profitieren können.
Der Ausbau in den französischsprachigen Raum gelingt und geeignete Räumlichkeiten können gefunden werden.
An allen Standorten herrscht eine positive Kultur der Wertschätzung – sowohl für die Mitarbeitenden als auch für die betreuten Familien.
Wo siehst du aktuell die grössten Chancen fürs Elim?
Der Bedarf an französischsprachigen Plätzen ist fürs Elim sicherlich eine interessante Perspektive. Zudem ist eine gute Zusammenarbeit mit dem kantonalen Amt zentral, damit die Leistungen auch künftig kostendeckend erbracht werden können.
Du bist politisch engagiert: Welche Bedeutung haben Institutionen wie Elim aus politischer Sicht – gerade für Familien in herausfordernden Lebenssituationen?
Das Angebot vom Elim – sowohl stationär als auch ambulant – ist für die Menschen im Kanton Bern von grosser Bedeutung. Wenn es gelingt, Mütter in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder zu unterstützen, ist das eine wichtige Investition in die Zukunft der Kinder und ihrer Familien. Davon profitiert letztlich auch die ganze Gesellschaft.
Welche gesellschaftlichen Entwicklungen werden das Elim und die Situation von Eltern und Kindern in den nächsten Jahren besonders beeinflussen?
Die Zeit während und nach Corona hat bei vielen Jugendlichen negative Spuren hinterlassen. Zudem sind sie mit Herausforderungen rund um Social Media, Kriege und allgemeine Unsicherheiten konfrontiert. Diese Jugendlichen sind die Eltern von morgen und werden entsprechend auch künftig vor Herausforderungen stehen. Ein Ort der Geborgenheit, wie ihn Elim bieten kann, wird daher auch in Zukunft genauso wichtig sein wie bisher.
Das Elim erfüllt einen wichtigen Auftrag im Kanton Bern – ist aber auch auf Spenden angewiesen. Was möchtest du Menschen sagen, die überlegen, die Stiftung zu unterstützen?
Danke! Die finanzielle Unterstützung vom Elim ist eine Investition in die Zukunft der nächsten Generation. Für die Stiftung entsteht mit den zusätzlichen Mitteln Spielraum für Weiterentwicklungen und Innovation.
Zum Abschluss eine persönliche Frage: Wenn du für einen Tag in eine Rolle im Elim-Alltag schlüpfen könntest – welche wäre das und warum?
Dann möchte ich gerne erleben, wie es sich anfühlt als Mutter mit Kindern in einem der Elim-Standorte zu leben. Es interessiert mich, wie sich das Zusammenleben mit den anderen Familien gestaltet und wie sich die Beziehungen zu den Mitarbeitenden gestalten. Ich möchte die Herausforderungen, aber auch die Chancen erleben.
Vielen Dank für das Gespräch!


